28.05.2010

Mai/Juni 2009 – Meine Wahrheit / Deine Wahrheit

Dieses Mal geht es um Ausschließkeit und die einzige abslute Wahrheit. Gibt es diese? Wie gehe ich damit um? Welches sind meine Anteile? Was liegt in meiner Macht zu ändern?
Meine Wahrheit oder Deine Wahrheit? Das ist hier die Frage. Es klingt nach weiß
und schwarz, nach heiß und kalt, nach Polarisierung, nach Gegensätzen. Beginnen
wir mit einem Beispiel, gehört in der Warteschlange beim Optiker:

Eine Frau erzählte, dass ihre Tochter Probleme hatte. Deren Psychotherapeut
unterhielt sich mit der Frau und schaute auf die Kindheit der Tochter, von der die
junge Frau eine eigene Sicht hatte. Genau diese Sicht lehnte die Mutter ab und
sprach von ihrer eigenen Wahrheit. Schließlich habe sie Fachbücher darüber
gelesen.

Ist es nicht interessant? Wir sehen mit unseren Augen die Dinge und Abläufe und sprechen den anderen ab, eine eigene Sicht zu haben. Es scheint sehr schwer zu sein in unserer Gesellschaft, anderen ihre eigene Sicht der Dinge zu lassen, und daraus folgend auch ihre eigene Logik der Handlung.

Wenn nur die eigene Wahrheit gilt, ist das dann Bevormundung? Ja, ist es. Handelt es sich bei meiner Beurteilung auch wieder um Ausschließlichkeit, um meine Sicht der Dinge, meine Wahrheit? Ja, und wieder ja. Wir schließen von der üblichen Sichtweise darauf, was in Ordnung ist, was sich gehört, was normal ist. Wer bestimmt eigentlich, was normal ist? Unsere Kultur, unsere Gesellschaft, die Gemeinschaft. Und woher kommt das?
… und weiter im Text …

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