Wir rennen, retten, flüchten … Wege aus der Eile
Vor einiger Zeit saß ich mit einem Abteilungsleiter zusammen zum Coaching. Das Thema: Zeit. Nach sehr kurzer Diskussion sagte er unvermittelt: “Alles Unsinn, was diskutiere ich über Zeit? Zeit habe ich immer. Es ist nur die Frage, wie ich sie nutze und welche Prioritäten ich für mein Leben in allen Belangen setze.” Ja, Zeit ist das einzige, von der wir immer genug haben, die uns keiner nehmen kann, die wir allerdings auch nie zurückholen können. Sie vergeht unwiederbringlich.
In diesen letzten Tagen des Jahres, so kurz vor Weihnachten verfallen wir in Eile, in Hektik, in
Aktionismus sehr frei nach dem Motto. “Operative Hektik ersetzt geistige Windstille.” Geschenke werden in letzter Minute gesucht, Juweliere und Parfümerien machen ihre höchsten Umsätze in dieser Zeit (NB: Es sei ihnen gegönnt!).
Dennoch: Ist es wirklich so wichtig, Dinge/Sachen zu verschenken? Können wir nur so unseren
Nächsten noch zeigen, daß wir sie wert-schätzen?
Vor gut einem Jahr traf ich eine Freundin, lange nicht gesehen, wir hatten viel zu erzählen. Und während unseres Austausches erzählte sie mir: … da sie das ganze Jahr über immer unterwegs ist, habe sie ihrer Mutter zum vorherigen Weihnachtsfest einfach einen Tag Zeit geschenkt. Die Mutter durfte sich wünschen, was sie wann gemeinsam unternahmen. Und sie erzählte mir auch von der Reaktion nach dem gelungenen Tag: Dankbarkeit, Freude, Glück – auch bei sich selbst.